In der mündlichen Ergänzungsprüfung Unternehmensführung (UFÜ) bekommst du kurze Fälle aus dem Betriebsalltag und erklärst dazu Modelle wie die SWOT-Analyse, das Stabliniensystem oder die Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg, am besten mit einem Beispiel aus deinem eigenen Betrieb. Gut vorbereitet bist du, wenn du die Dauerbrenner der sechs UFÜ-Themenblöcke nach einem festen Schema erklären kannst und die typischen Verwechslungen kennst.
Die Ergänzungsprüfung gibt es nur, wenn du in genau einem WQ-Fach 30 bis 49 Punkte hast, hier also in Unternehmensführung. Unter 30 Punkten gibt es keine. Das Gespräch dauert laut den Fachwirt-Verordnungen in der Regel nicht länger als 15 Minuten, die schriftliche Leistung zählt dabei doppelt.
Deinen Zielwert findest du in der Punktetabelle im Ratgeber, Voraussetzungen und Ablauf im Ratgeber zur mündlichen Ergänzungsprüfung beim Fachwirt. Termin und Details prüfst du bei deiner IHK.
UFÜ ist breit, und in 15 Minuten kommen nur einige Themenblöcke dran. Diese Modelle und Instrumente solltest du sicher erklären können:
| Themenblock | Dauerbrenner | So könnte die Frage lauten |
|---|---|---|
| Strategie & Unternehmensplanung | SWOT-Analyse, BCG-Matrix, Wettbewerbsstrategien nach Porter, Balanced Scorecard, Veränderung nach Lewin | „Wie leiten Sie aus einer SWOT-Analyse Strategien ab?“ |
| Aufbau- & Ablauforganisation | Stab und Instanz, Leitungsspanne und Leitungstiefe, funktionale und divisionale Organisation | „Darf der Controlling-Stab dem Vertrieb Weisungen geben?“ |
| Führung & Zusammenarbeit | Herzberg, situative Führung nach Hersey/Blanchard, Kritikgespräch, Konflikte nach Glasl, Job Enrichment | „Würden Sie eine neue Auszubildende und einen erfahrenen Sachbearbeiter gleich führen?“ |
| Personalplanung & -beschaffung | interne oder externe Besetzung, Nettopersonalbedarf, AGG-gerechte Stellenanzeige, Rechte des Betriebsrats | „Würden Sie die Teamleitung intern oder extern besetzen?“ |
| Personalentwicklung | on, off und near the job, Evaluation nach Kirkpatrick, Beurteilungsfehler | „Wie prüfen Sie, ob ein Verkaufstraining etwas gebracht hat?“ |
| Projektmanagement | Formen der Projektorganisation, kritischer Pfad, Lastenheft und Pflichtenheft | „Welche Dokumente erstellen Sie, bevor eine Agentur loslegt?“ |
Mit SWOT, Herzberg, interner oder externer Besetzung, Stab und Instanz sowie den Personalentwicklungsmaßnahmen beginnt der UFÜ-Stapel im MEP-Trainer. Diese fünf Karteikarten kannst du dort ohne Anmeldung üben. Wie die Themen in der schriftlichen WQ verteilt sind, zeigt der Überblick zu den WQ-Prüfungsthemen.
Die Fragen sind anwendungsbezogen, eine reine Definition reicht selten. Erkläre jedes Modell in vier Schritten:
Am Stabliniensystem sieht das so aus:
| Schritt | Stabliniensystem |
|---|---|
| Was ist es? | Ein Einliniensystem, ergänzt um beratende Stäbe ohne eigene Entscheidungs- und Weisungsbefugnis. |
| Wofür? | Die Leitung bekommt zusätzliches Fachwissen, die klare Weisungslinie bleibt erhalten. |
| Vor- und Nachteil | Vorteil: Fachwissen ohne Verlust der klaren Weisungslinie. Nachteil: Stäbe gewinnen faktisch Einfluss, ohne die Verantwortung zu tragen. |
| Beispiel | Der Controlling-Stab analysiert die Reisekosten und macht der Geschäftsführung einen Vorschlag. Anweisen darf nur die Instanz. |
Für Schritt 4 lohnt sich Vorarbeit: Wo gibt es in deinem Betrieb einen Stab? Welche Hygienefaktoren stimmen bei euch? Wie läuft eine Einstellung mit dem Betriebsrat? Eigene Beispiele merkst du dir leichter als fremde.
Die drei Fälle sind selbst formuliert und prüfungsnah aufgebaut.
„Im Vertrieb wurden die Gehälter angehoben, die Leistungsbereitschaft ist trotzdem nicht gestiegen. Wie erklären Sie das mit Herzberg, und was empfehlen Sie?“
Das gehört in die Antwort:
„Sie brauchen im Kundenservice nächstes Jahr 18 Vollzeitkräfte im Einsatz und 2 als Reserve. Heute sind 17 beschäftigt, 2 gehen in den Ruhestand, eine Auszubildende wird übernommen. Wie hoch ist der Nettopersonalbedarf?“
Das gehört in die Antwort:
Rechne laut, damit der Ausschuss deinen Weg sieht.
„Ihr Unternehmen hat 120 wahlberechtigte Arbeitnehmer und möchte eine externe Bewerberin als Einkäuferin einstellen. Der Betriebsrat weiß noch nichts. Wie gehen Sie vor?“
Das gehört in die Antwort:
Die Paragrafennummer ist ein Plus. Wichtiger ist, dass du die Schritte in der richtigen Reihenfolge nennst.
Viele Fehler in UFÜ sind Verwechslungen. Diese Paare solltest du in einem Satz auseinanderhalten können:
| Verwechslung | Der Unterschied in einem Satz |
|---|---|
| Job Enlargement und Job Enrichment | Enlargement erweitert horizontal um gleichartige Aufgaben, Enrichment vertikal um Planung, Kontrolle und Verantwortung. |
| Stab und Instanz | Ein Stab berät, nur die Instanz hat Weisungsrecht. |
| funktional und divisional | Funktional gliedert nach Verrichtung, divisional nach Objekt, etwa nach Produktgruppen. |
| Lastenheft und Pflichtenheft | Das Lastenheft kommt vom Auftraggeber (Was), das Pflichtenheft vom Auftragnehmer (Wie). |
| Halo-Effekt und Recency-Effekt | Halo: Ein Merkmal überstrahlt alle anderen. Recency: Die jüngste Leistung überdeckt den Rest. |
Dazu kommen zwei Fehler ohne Verwechslung:
Sätze für Wissenslücken und Tipps gegen Nervosität findest du im Ratgeber Mündliche Ergänzungsprüfung vorbereiten. Für UFÜ setzt du diese Schwerpunkte:
| Zeitraum | UFÜ-Schwerpunkt |
|---|---|
| Woche 1 | Klausur durchgehen: In welchen Themenblöcken sind Punkte liegen geblieben? Je Block die Dauerbrenner mit dem Vier-Schritte-Schema laut erklären. Eine Liste der Begriffspaare anlegen. |
| Woche 2 | Zu jedem Dauerbrenner ein Beispiel aus deinem Betrieb notieren. Personalthemen mit Rechtsbezug üben: AGG bei Stellenanzeigen, § 92, § 93 und § 99 BetrVG. Kurze Rechnungen wiederholen: Nettopersonalbedarf, Fluktuationsquote, Gesamtpuffer im Netzplan. |
| Woche 3 | Zwei bis drei Probegespräche à 15 Minuten mit je drei Themenblöcken. Danach nur nachlernen, wo du gestockt hast. Die letzten zwei Tage nur noch Begriffspaare und Beispiele wiederholen. |
Bei nur zwei Wochen legst du die ersten beiden Zeilen zusammen.
Fehlt dir ein Gesprächspartner, hilft der MEP-Trainer:
Ohne Anmeldung sind je Fach 5 Karteikarten frei, dazu ein Beispielgespräch. Mit einem kostenlosen Konto probierst du das KI-Probegespräch einmal aus. Den KI-Abgleich und vollständige Probegespräche gibt es mit Standard oder Premium.
Starte mit den fünf freien UFÜ-Karten und erkläre jede laut nach dem Vier-Schritte-Schema: zum MEP-Trainer.
Anwendungsbezogene Fälle aus den Themenblöcken von UFÜ: Strategie und Planung, Organisation, Projektmanagement, Personalplanung, Führung und Personalentwicklung. Meist erklärst du ein Modell und wendest es auf den Fall an.
Auswendig nicht. Bei Personalthemen hilft es aber, die Grundlage zu nennen, etwa § 99 BetrVG für die Zustimmung des Betriebsrats bei Einstellungen oder § 11 AGG für diskriminierungsfreie Stellenausschreibungen.
Kurze Rechnungen sind möglich, zum Beispiel Nettopersonalbedarf, Fluktuationsquote oder Puffer im Netzplan. Erkläre den Rechenweg laut und sag, was die Zahl für den Betrieb bedeutet.
Die schriftliche Leistung zählt doppelt. Daraus ergibt sich: 150 minus zweimal deine schriftlichen Punkte. Die Tabelle für 30 bis 49 Punkte steht im Ratgeber zu den Punkten in der Ergänzungsprüfung, die 50-Punkte-Grenze gilt ohne Rundung.
Ja. Erkläre die Dauerbrenner laut und nutze das KI-Probegespräch im MEP-Trainer, in dem die KI als Prüfungsausschuss nachfragt.
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