Für die mündliche Ergänzungsprüfung Rechnungswesen lohnt es sich, eine Handvoll Dauerbrenner sicher zu erklären: Deckungsbeitrag und Preisuntergrenze, Zuschlagskalkulation, die Abgrenzung von Aufwand und Kosten, den Wertansatz in der Bilanz und die Liquiditätsgrade. Gefragt ist selten die lange Rechnung, sondern dass du in wenigen Sätzen sagst, wie du rechnest und was das Ergebnis für den Betrieb bedeutet.
Die Ergänzungsprüfung gibt es nur, wenn du in genau einem Fach 30 bis 49 Punkte hast, hier also in REWE. Unter 30 Punkten ist sie nicht möglich. Das Gespräch dauert laut den Fachwirt-Verordnungen in der Regel nicht länger als 15 Minuten, die schriftliche Leistung zählt dabei doppelt. Die Voraussetzungen erklärt der Ratgeber zur mündlichen Ergänzungsprüfung beim Fachwirt. Details klärst du bei deiner IHK.
Fang mit diesen fünf an. Die Fragen sind prüfungsnah und von uns selbst formuliert.
| Thema | Typische Frage | Das gehört in die Antwort |
|---|---|---|
| Deckungsbeitrag | „Nehmen Sie einen Zusatzauftrag unter Vollkosten an?“ | Kurzfristige Preisuntergrenze sind die variablen Stückkosten, die Fixkosten bleiben gleich |
| Zuschlagskalkulation | „Wie kommen Sie auf die Selbstkosten?“ | Materialkosten plus Fertigungskosten ergeben die Herstellkosten, darauf der Zuschlag für Verwaltung und Vertrieb |
| Kosten- und Leistungsrechnung | „Welche Beträge aus der GuV übernehmen Sie?“ | Neutraler Aufwand bleibt draußen, kalkulatorische Kosten kommen hinzu |
| Bilanzierung | „Mit welchem Wert setzen Sie die Rohstoffe an?“ | Strenges Niederstwertprinzip im Umlaufvermögen |
| Liquidität | „Wie steht es um die Zahlungsfähigkeit?“ | Liquidität 1., 2. und 3. Grades, aber nur als Stichtagswerte |
Danach nimm dir diese Themen vor:
Die Formeln dazu findest du kompakt in der Formelsammlung Fachwirt WQ.
Für Nebenrechnungen fehlt im Gespräch die Zeit, Hilfsmittel gibt es mündlich meist keine. Drei Regeln helfen:
Diese Griffe machen das Kopfrechnen leichter:
| Rechenschritt | So geht es im Kopf | Beispiel |
|---|---|---|
| 10 % | Komma eine Stelle nach links | 10 % Rabatt auf 1.000 € sind 100 € |
| 2 % | 1 % bilden und verdoppeln | 2 % Skonto auf 900 € sind 18 € |
| Im Hundert rechnen | durch 0,98 oder 0,80 teilen | 98 € durch 0,98 sind 100 €, 100 € durch 0,80 sind 125 € |
| Auf Hundert herausrechnen | durch 1,08 teilen | 108 € durch 1,08 sind 100 € |
Sind die Zahlen krumm, runde und sag es dazu: „Grob gerechnet sind das …“
Unter jeder Frage stehen die Kernpunkte einer vollständigen Antwort und eine typische Nachfrage.
Ihr Betrieb hat freie Kapazitäten. Ein Neukunde bietet für 1.000 Stück 40 € je Stück. Die Vollkosten liegen bei 50 €, die variablen Kosten bei 30 € je Stück. Nehmen Sie an?
Typische Nachfrage: „Und wenn die Kapazität ausgelastet ist?“ Dann steigt die Preisuntergrenze um den entgangenen Deckungsbeitrag der verdrängten Aufträge, also um die Opportunitätskosten.
Rohstoffe wurden für 10.000 € eingekauft. Am Bilanzstichtag liegt der Marktpreis bei 8.000 €, voraussichtlich nur vorübergehend. Mit welchem Wert bilanzieren Sie?
Typische Nachfrage: „Wäre es bei einer Maschine anders?“ Ja, im Anlagevermögen gilt das gemilderte Niederstwertprinzip: Abschreibungspflicht nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung.
In der GuV stehen 2.000 € Spende, 50.000 € Löhne und 12.000 € bilanzielle Abschreibung. Kalkulatorisch sollen 15.000 € Abschreibung angesetzt werden. Was übernehmen Sie in die Kostenrechnung?
Typische Nachfrage: „Was sind Zusatzkosten?“ Kosten, denen kein Aufwand gegenübersteht, etwa der kalkulatorische Unternehmerlohn beim Einzelunternehmer.
Sprich jede Antwort einmal laut. Bringst du alle vier Kernpunkte unter, ohne abzulesen, sitzt das Thema.
| Stolperfalle | So ist es richtig |
|---|---|
| Zusatzauftrag ablehnen, weil der Preis unter den Vollkosten liegt | Bei freier Kapazität zählt kurzfristig der Deckungsbeitrag |
| Den Zuschlag für Verwaltung und Vertrieb auf die Einzelkosten rechnen | Bezugsgröße sind die Herstellkosten |
| Skonto und Rabatt in der Vorwärtskalkulation einfach aufschlagen | Im Hundert rechnen, sonst landest du statt bei 125 € nur bei knapp 120 € |
| Forderungen schon in die Liquidität 1. Grades einrechnen | Dort zählen nur die liquiden Mittel |
| Rückstellungen und Rücklagen gleichsetzen | Rückstellungen sind Fremdkapital, Rücklagen Eigenkapital |
| Cashflow mit Jahresüberschuss oder Kontostand gleichsetzen | Vereinfacht: Jahresüberschuss plus Aufwendungen ohne Auszahlung wie Abschreibungen |
Tipps zu Ablauf, Antworttechnik und Nervosität stehen im Ratgeber Mündliche Ergänzungsprüfung vorbereiten. Für REWE startest du mit den Rechenthemen, denn dort brauchst du die meiste Sprechpraxis.
| Zeitraum | Themen | So übst du |
|---|---|---|
| Woche 1 | Deckungsbeitrag, Preisuntergrenzen, Break-even, Engpass, Eigenfertigung oder Fremdbezug, Zuschlags- und Handelskalkulation | Jeden Rechenweg in drei, vier Sätzen laut sagen, ohne Papier |
| Woche 2 | Aufwand und Kosten, kalkulatorische Kosten, BAB, Wertansatz in der Bilanz, Anschaffungskosten, Rückstellungen | Zu jedem Thema die Stolperfalle und den richtigen Satz dazu aufschreiben |
| Woche 3 | Liquidität, Eigenkapitalquote, goldene Bilanzregel, Rentabilität und Leverage, Cashflow, Planung | Kennzahlen deuten statt nur ausrechnen; zwei bis drei Probegespräche à 15 Minuten, etwa im MEP-Trainer |
| Letzte zwei Tage | Nur die fünf Dauerbrenner | Noch einmal laut erklären |
Hast du nur zwei Wochen, nimm in Woche 1 die Dauerbrenner, in Woche 2 Kennzahlen und Probegespräche.
Zum Üben durch Sprechen gibt es den MEP-Trainer: 120 Karteikarten, 30 je Fach. Jede Karte enthält eine Situation, die Prüferfrage, die Kernpunkte, eine Musterantwort, mögliche Nachfragen der Prüfer und die typische Stolperfalle. Die drei Beispielfragen oben gehören zu den Karten, die du ohne Anmeldung siehst.
Ein kostenloses Konto legst du hier an.
Kurze Überschlagsrechnungen können vorkommen. Wichtiger ist, dass du den Rechenweg in Worten erklärst und das Ergebnis für den Betrieb deutest.
Laut den Fachwirt-Verordnungen in der Regel nicht länger als 15 Minuten. Die Einzelheiten nennt dir deine IHK.
Die schriftliche Leistung zählt doppelt, also rechnest du 150 minus 2 mal deine schriftlichen Punkte. Mit 42 Punkten schriftlich brauchst du 66 Punkte im Gespräch. Die vollständige Tabelle steht im Ratgeber zu den Punkten in der Ergänzungsprüfung.
Bei Bilanzfragen hilft es, etwa § 253 Abs. 4 HGB für das strenge Niederstwertprinzip. Fällt dir die Nummer nicht ein, erkläre das Prinzip.
Ja. Im MEP-Trainer sind ohne Anmeldung 5 Karten je Fach und ein Beispielgespräch freigeschaltet. Für das KI-Probegespräch brauchst du ein kostenloses Konto.
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