Die Aufgaben im Rechnungswesen der Fachwirt-Prüfung (WQ) drehen sich immer wieder um dieselben acht Rechenarten: Buchführung, Kostenarten und Abgrenzung, Betriebsabrechnungsbogen, Zuschlagskalkulation, Handelskalkulation, Divisionskalkulation, Deckungsbeitrag und Kennzahlen. Punkte sicherst du, wenn du jede Rechnung mit Formel, eingesetzten Zahlen, Ergebnis mit Einheit und Antwortsatz aufschreibst, denn dann kann auch ein richtiger Weg mit Rechenfehler noch Teilpunkte bringen.
Rechnungswesen (REWE) ist eines der vier Fächer der Wirtschaftsbezogenen Qualifikationen. Üblich sind 90 Minuten Bearbeitungszeit, die genaue Dauer steht in der Einladung deiner IHK. Je Fach gibt es höchstens 100 Punkte, nötig sind in jedem Fach mindestens 50. Gefragt wird im Mix aus gebundenen Aufgaben, bei denen du eine Antwort auswählst, und offenen Situationsaufgaben.
Als Richtwert entfallen ungefähr 20 Punkte auf Grundlagen und Finanzbuchhaltung, ungefähr 60 auf die Kosten- und Leistungsrechnung und ungefähr 20 auf die Analyse der Zahlen und die Planungsrechnung. Die genaue Verteilung schwankt von Prüfung zu Prüfung, aber fast alles davon ist Rechnen.
Eine Rechenaufgabe beginnt fast immer mit einer Situation: ein Unternehmen, ein Anlass, eine Liste mit Zahlen. Nicht jede Zahl wird gebraucht. Darunter stehen Teilaufgaben a), b), c) mit eigenen Punkten, und spätere Teile bauen oft auf früheren auf. Achte auf den Operator: „Berechnen Sie“ und „Ermitteln Sie“ verlangen den Rechenweg, „Beurteilen Sie“ oder „Begründen Sie“ zusätzlich einen Satz mit einer Aussage.
Kalkulation, Deckungsbeitrag und Kennzahlen kommen in fast jeder Prüfung vor, der Betriebsabrechnungsbogen sehr oft, Buchführung und Abschluss eher in kleineren Aufgaben. Die Tabelle zeigt, was je Typ gefragt wird und wo am häufigsten Punkte verloren gehen.
| Aufgabentyp | Was gefragt wird | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Buchführung und Jahresabschluss | Bilanz aufstellen, Buchungssätze mit Umsatzsteuer, Zahllast, Abschreibung, Gewinn durch Eigenkapitalvergleich | Kaufmonat nicht mitgezählt: Kauf am 14. Mai heißt acht Monate Abschreibung, nicht sieben |
| Kostenarten und Abgrenzung | neutrale Aufwendungen und Erträge, kalkulatorische Kosten, fixe und variable Kosten trennen, kritische Menge | kalkulatorische Zinsen vom vollen statt vom halben Anschaffungswert der Maschinen gerechnet |
| Betriebsabrechnungsbogen | Gemeinkosten verteilen, Hilfsstellen umlegen, Zuschlagssätze bilden, Über- und Unterdeckung | Über- und Unterdeckung vertauscht: Es gilt immer Normal minus Ist |
| Zuschlagskalkulation | vorwärts zum Listenpreis, rückwärts zu den zulässigen Kosten, Differenzkalkulation, Maschinenstundensatz | Skonto und Rabatt vom Hundert statt im Hundert gerechnet |
| Handelskalkulation | Bezugspreis, Angebotsvergleich, Kalkulationszuschlag, Kalkulationsfaktor, Handelsspanne | Zuschlag und Spanne verwechselt: Der Zuschlag bezieht sich auf den Bezugspreis, die Spanne auf den Verkaufspreis |
| Divisions- und Äquivalenzziffernkalkulation | Stückkosten bei einem Produkt oder mehreren ähnlichen Sorten | „um 60 % schwerer“ als Ziffer 0,6 statt 1,6 eingesetzt |
| Deckungsbeitrag und Break-even | Gewinnschwelle, Zusatzauftrag, Preisuntergrenze, Engpass | Break-even-Menge kaufmännisch gerundet statt aufgerundet |
| Kennzahlen | Rentabilität, Liquidität, Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad, Cashflow | Gesamtkapitalrentabilität ohne Fremdkapitalzinsen gerechnet |
Welche Themen in den anderen drei Fächern dazukommen, zeigt der Überblick zu den WQ-Prüfungsthemen.
Wer nur das Endergebnis hinschreibt, setzt alles auf eine Karte. Ein sauberer Rechenweg zeigt, dass du das Verfahren beherrschst, auch wenn du dich irgendwo vertippst. Ob und wie viele Punkte es bei einem Fehler noch gibt, entscheiden die Prüferinnen und Prüfer. Folgefehler werden in der Regel nicht doppelt abgezogen, wenn der Weg erkennbar ist. Schreib deshalb jede Rechnung in vier Schritten auf:
| Schritt | Beispiel |
|---|---|
| 1. Formel in Worten | Materialgemeinkosten = Materialeinzelkosten × Zuschlagssatz |
| 2. Zahlen einsetzen | = 4.200,00 € × 15 % |
| 3. Ergebnis mit Einheit | = 630,00 € |
| 4. Antwortsatz | Die Materialgemeinkosten betragen 630,00 €. |
Bei Schemata wie Kalkulation, BAB oder Bilanz ersetzt die vollständig ausgefüllte Tabelle die ersten drei Schritte. Die Zwischensummen gehören dabei immer aufs Blatt, denn sie zeigen, an welcher Stelle ein Fehler passiert ist. Im Taschenbuch Rechentrainer für Fachwirte ist jede Aufgabe auf diese Weise gelöst, mit allen Zwischenschritten und den Punkten je Teilaufgabe.
Welcher Taschenrechner erlaubt ist, klärt der Artikel zu den WQ-Prüfung Hilfsmitteln.
Was der Kunde später vom Preis abzieht, rechnest du im Hundert hinzu, also geteilt durch (1 − Satz). Beispiel: Barverkaufspreis 9.800,00 €, Kundenskonto 2 %, Kundenrabatt 10 %.
Wer stattdessen mal 1,02 und mal 1,10 rechnet, landet bei 10.995,60 € und liegt 115,51 € zu niedrig. Nach Rabatt und Skonto des Kunden bleiben dann nur 9.698,12 € statt 9.800,00 € übrig.
Fixkosten 50.000 €, Verkaufspreis 45 €, variable Stückkosten 30 €.
Kaufmännisch gerundet wären das 3.333 Stück. Damit fehlen noch 5 € zur Deckung der Fixkosten. Erst ab 3.334 Stück ist die Gewinnschwelle erreicht. Ebenso häufig: Preis minus Selbstkosten als Deckungsbeitrag angesetzt. Das ist aber der Stückgewinn.
Gewinn 60.000 €, Fremdkapitalzinsen 20.000 €, Gesamtkapital 800.000 €.
Ohne die Zinsen kämen 7,5 % heraus. Die Zinsen sind der Ertrag der Fremdkapitalgeber und gehören deshalb in den Zähler. Steht in der Aufgabe „Beurteilen Sie“, folgt nach der Rechnung ein Satz mit Aussage, zum Beispiel ein Vergleich mit dem Vorjahr.
Prüfungsnahe Rechenaufgaben im Aufbau der Prüfung findest du im Rechentraining: Situation, Teilaufgaben, Zahleneingabe, danach gleichst du dein Ergebnis mit dem Lösungsweg ab. Mit einem kostenlosen Konto kannst du einen Aufgabensatz ausprobieren, den vollen Umfang enthält das Premium-Paket.
Wer lieber auf Papier rechnet, findet alle acht Aufgabentypen im Taschenbuch Rechentrainer für Fachwirte von Walied Sidhom, dem Gründer von fachwirte-pruefung.de.
Alle Aufgaben sind frei formuliert, prüfungsnah und mit eigenen Zahlen.
Immer wieder dieselben Rechenarten: Buchführung und Jahresabschluss, Kostenarten und Abgrenzung, Betriebsabrechnungsbogen, Zuschlags-, Handels- und Divisionskalkulation, Deckungsbeitrag mit Break-even sowie Kennzahlen zu Rentabilität, Liquidität und Kapitalstruktur. Kalkulation, Deckungsbeitrag und Kennzahlen kommen in fast jeder Prüfung vor.
Üblich sind 90 Minuten für höchstens 100 Punkte. Die genaue Dauer und den Ablauf nennt dir deine IHK in der Einladung.
Das entscheiden die Prüferinnen und Prüfer. Ein erkennbarer Rechenweg mit Formel, eingesetzten Zahlen und Zwischensummen macht Teilpunkte möglich, und Folgefehler werden in der Regel nicht doppelt abgezogen.
Im Fach Rechnungswesen nicht. Investitionsrechnungen mit Kapitalwert oder Annuität gehören beim Wirtschaftsfachwirt zu den handlungsspezifischen Qualifikationen. Grundbegriffe zu Finanzierung und Investition können aber im Fach Volks- und Betriebswirtschaft vorkommen.
In jedem der vier WQ-Fächer sind mindestens 50 von 100 Punkten nötig. Wer in genau einem Fach 30 bis 49 Punkte erreicht, kann eine mündliche Ergänzungsprüfung ablegen. Mehr dazu im Ratgeber zur mündlichen Ergänzungsprüfung beim Fachwirt.
Über 1.900 Prüfungsaufgaben mit Lösungsweg und KI-Lernassistent.
Jetzt kostenlos starten →